Dunkelstunde – Und die Schönheit des zu Ende gehenden Tages
Diese Dunkelstunde hier ist keine dunkle Zeit. Sie ist der stille und schöne Übergang vom Tag in den Abend – eine Zeit voller besonderem Licht, Wärme und Sammlung.
Meine Großeltern lebten in einem kleinen Haus an einer staubigen Dorfstraße mit einem wilden Garten. Allabendlich machten sie „Dunkelstunde“. So nannten wir Kinder die Zeit, in der drinnen noch kein Licht brannte, obwohl der Tag bereits zu Ende ging.
Damals dachte ich, es habe mit Sparsamkeit zu tun. Erst viel später wurde mir klar, dass es noch um etwas anderes ging: um Einkehr. Um das Sammeln eines Tages. Um wenige Worte, gemeinsames Schweigen und das besondere Licht der Dämmerung.
Heute mache ich selbst hin und wieder eine Dunkelstunde. Ich schaue in dieses Abendlicht, höre die Vögel und die Insekten und nehme wahr, wie sich um uns herum ein stilles Wunder entfaltet. Diese Dunkelstunde ist für mich zu einem Begleiter geworden. Etwas, worauf ich nicht verzichten möchte.
Hinter unserem Haus liegt ein Teich. Dort habe ich an einem Sommertag diesen Übergang vom Tag in den Abend erlebt – mit magischer Gewitterstimmung, mit Licht, mit viel Natur. Zu diesem Erlebnis lade ich dich hier anschließend ein. Fünf Minuten Dunkelstunde. Ganz ohne Musik. Nur Bilder und die Töne der Natur.
Stimme & Text: Bernd Bieder
Film & Schnitt: Bernd Bieder
Aufnahmen: Schlepzig (Spreewald)